Freimütig bekennen

Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Markus 8, Vers 38


Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.

Römer 1, Vers 16



Haben wir Probleme damit, mit anderen über unseren Glauben zu sprechen und uns zu diesem zu bekennen? Vorstellbar ist das schon, nachdem der
Glaube bei uns zu den Dingen gehört, die als "privat" angesehen werden und
damit angeblich nicht ans Licht der Öffentlichkeit gehören.

Ich finde, dass dies die falsche Einstellung ist, zu der es nicht den geringsten
Anlass gibt.

Es liegt sicher nicht jedem, mit Fremden ein Glaubensgespräch zu führen, mit dem Ziel, diesen für den christlichen Glauben zu gewinnen oder zu einer missionarischen Veranstaltung einzuladen.

Das ist, finde ich, auch gar nicht nötig. Denn jeder hat hier seine besonderen
Begabungen und Talente, die er nutzen sollte.

Ich freue mich zum Beispiel immer, wenn ich ein Auto mit einem Fischaufkleber, dem Zeichen der Christen, sehe oder einer aufgeklebten
Botschaft wie "Jesus kennen ist Leben". Ich habe solche Aufkleber auf meinen Auto und bringe dazu immer noch ein Plakat der Plakatmission, mit einem Bibelvers, gut sichtbar, an unserem Gartenzaun an.

Ich wechsle die Plakate immer wieder und als ich einmal ein paar Wochen
nichts am Zaun hängen hatte, sprach sich das bis in einen Nachbarort
herum.

Solange ich arbeitete, hatte ich, mittels Tesafilm, Bibelverse, gut sichtbar an meinem Dienst-PC befestigt. Es gibt da die kleinen Losungskärtchen, die sich dazu bestens eignen.

Als Mitglied des Gideonbundes habe ich das Vorrecht kostenlos Taschen-
testamente, verbunden mit einem kurzen Glaubenszeugnis, zu verschenken. Als Empfänger bieten sich Handwerker und Lieferanten an, die ins Haus kommen. Ebenso auch Verkaufspersonal, Bedienungen, Bankangestellte und sonstige Menschen, die man tagsüber kontaktiert.

Man kann den Glauben auch durch Randbemerkungen bekunden. Zum Beispiel
durch die bekannte Floskel "Gottseidank", wobei man anfügt, dass man dies
tatsächlich so meint, wie man es gesagt hat, weil man an Gott glaubt.

Es ergeben sich auch sonst immer wieder Anhaltspunkte für Glaubensgespräche. Zum Beispiel wenn über die Schlechtigkeit der Welt geklagt wird. Da kann man auf das biblische Menschenbild verweisen und erklären warum wir Sünder sind und der Rettung bedürfen.

Wichtig ist es, die Dinge als das Selbstverständlichste von der Welt darzu-
stellen, also völlig "hemmungslos". Je selbstsicherer und bestimmter man etwas sagt, umso eher wird es angenommen.

Das ist eine psychologische Erkenntnis, die auch unter umgekehrtem
Vorzeichen wirkt: Je dreister und frecher einer lügt, umso eher wird es
geglaubt. Aber das kann für uns kein Maßstab sondern allenfalls eine
Warnung sein, nicht alles zu glauben, was uns weisgemacht werden soll.

Es müssen also nicht immer große Reden sein. Es reichen oft kleine
Anmerkungen, die erkennen lassen, dass man seinen Glauben bekennt.

Dabei wird man die Erfahrung machen, dass mehr Menschen auf den Glauben ansprechbar sind , oder sich gekräftigt und bestätigt sehen, als man glauben möchte.

Deshalb - nur Mut und ein gesundes Maß an Hemmungslosigkeit!


Jörgen Bauer