Gibt es ein Recht auf Gotteslästerung?

Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden
törichten Menschen das Maul stopft als die Freien und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes.

1. Petrus 2, Verse 15 und 16


Am 07. Januar 2015 wurde das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris
Opfer eines bewaffneten islamistischen Anschlages, dem 12 Menschen
zum Opfer fielen. Anlass für den Anschlag dürften die Mohammed
Karikaturen gewesen sein, die den Unmut islamischer Kreise erregen
mussten.

Es folgten Demonstrationen und Beleidsbekundungen, in denen die
Meinungsfreiheit beschworen wurde und dass man sich gegen
den islamischen Terror energisch zur Wehr zu setzen muss, wenn ver-
sucht wird unsere Meinungsfreiheit zu beschränken.

Ich erinnere mich an ein Pressefoto, auf dem unsere europäische
Politikerprominenz zu sehen war, die unterhakt einen Demonstationszug,
mit der Bundeskanzlerin in der Mitte, anführte. Das gleiche Foto,
als Luftaufnahme, zeigte dann tatsächlich nur Luft, weil hinter der
entschlossen voranschreitenden Politikerriege, außer leerem Raum,
nichts weiter zu sehen war. Dumm gelaufen, würde ich sagen.

Ich habe mir mal die Ergüsse des Satirmagazins angesehen, deren
Redakteure ausgemachte Chaoten aus dem linksradikalen Lager zu
sein scheinen, wo man der Meinung ist, dass es ein Recht auf
Gotteslästerung gibt.

Deren Spezialität scheint es gewesen zu sein und wird es bei
diesem "Satiremagazin" vermutlich auch weiterhin sein, sich bevorzugt
der Religionen, das Christentum eingeschlossen, "anzunehmen",
wobei man fragen muss ob es denn keine anderen Dinge gibt, die
karikiert werden könnten.

Ich habe mir einige dieser Karikaturen angesehen und mich gefragt,
inwieweit solche "Kunstwerke", die den guten Geschmack brutal ver-
letzen und oftmals weit unter der Gürtellinie liegen, noch etwas mit
Meinungsfreiheit zu tun zu haben.

Wurde hier Freiheit mit Gesetzlosigkeit verwechselt?

Und gibt es ein Recht auf Gotteslästerung?

Im deutschen Strafgesetzbuch (StGB) droht Paragraph 166 mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe für denjenigen, der "den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören".

Im lazistischen Frankreich gibt es keine deartigen Paragraphen.

Natürlich ist der allmächtige Gott nicht auf unseren Schutz angewiesen.
Aber es geht darum das zu schützen und nicht in den Dreck zu ziehen,
was anderen Menschen heilig ist, wobei wir deren Auffassungen nicht
teilen müssen. Es geht hier um Toleranz und praktizierte Nächstenliebe.

Gerade in Sachen Glauben und Religion, wo es um die letzten Dinge
geht, sollte man zurückhaltend sein und auf allzubillige Effekte ver-
zichten. Es ist zudem dreist und einfältig, über das Ewige und Unerforschliche in dümmlicher Weise zu lästern.

Eine kritische Haltung gegenüber dem Islam ist unverzichtbar. Aber
muss man zusätzlich Öl ins Feuer gießen in dem man Karikaturen
erstellt, um damit die Islamisten vorsätzlich bis zur Weißglut zu rei-
zen um sich danach, mit unschuldigem Augenaufschlag, zu empören,
wenn der vorhersehbare Effekt eintritt?

Mit dem höllischen Feuer spielt man nicht!

Es wäre allerdings zu begrüßen, wenn sich auch die Christen energisch - und selbstverständlich gewaltfrei - zu Wort melden würden, wenn ihr Glaube
verunglimpft und Christen verfolgt werden.

Der heutige Vers warnt zurecht davor, die Freiheit zum Deckmantel
für die Bosheit zu nehmen.


Jörgen Bauer