Der Verführer ist sehr geschickt!

Elia aber sprach zu ihnen: Greift die Propheten Baals, dass keiner
von ihnen entrinne! Und sie ergriffen sie. Und Elia führte sie hinab
an den Bach Kischon und tötete sie daselbst.

1. Könige 18, Vers 40



Das ist eine von den "blutrünstigen" Stellen in der Bibel, an denen
die Kritiker des Glaubens und Relativierer gerne ansetzen.

Der islamische Iman wird hier sagen, dass die Islamisten nichts an-
deres tun als einst Eli, weshalb die Christen keinen Grund zur Kritik
am Islam und dem Koran hätten.

Und es kommt noch etwas anderes hinzu:

Genau so wie Elia verfahren ist, verfuhr zuvor das Volk mit den
Priestern Gottes. Dies infolge des Einflusses den die heidnische
Königstochter Isebel als Ehefrau des israelischen Königs Ahab
auf das Volk hatte. Isebel hatte die heidnischen Gottheiten Baal
und Aschera mitgebracht.

Und man brachte sich nicht nur wechselseitig um, sondern zerstör-
te auch wechselseitig die jeweiligen Heiligtümer.

Weltliche Humanisten können das so deuten, dass hier jede Seite,
ihre jeweiligen religiösen Vorstellungen mit Gewalt durchsetzte, woran
zu erkennen ist, dass die Religionen die Ursache für alle Kriege sind,
weshalb Religionen und insbesondere religiöser Fundamentalismus die
Wurzel allen Übels ist.

Solche oberflächlich kurzschließenden Schlussfolgerungen werden ge-
glaubt und können dazu führen, dass Christen einknicken und Abstriche
an ihrem Glauben machen, um nicht als fundamentalistisch zu gelten.

Da helfen auch keine Beiträge wie ich sie in "Confessio Augustana" ,
IV/2011, unter der Überschrift "Ein Plädoyer gegen die
Beliebigkeit des Glaubens", von Dr. theol. Klaus Schwarzwäller,
gelesen habe.

Dieser fragt, was geschehen wäre, wenn Elia und andere nicht so "bru-
tal" gehandelt hätten und kommt dabei zu dem Schluss, dass dann ver-
gessen worden wäre, dass es bei dem Glauben an Gott nicht um eine
der zahlreichen Religionen und Weltanschauungen, sondern um den
einzig wahren Glauben an den lebendigen Gott geht.

Aber was heißt "einzig wahrer Gott"? Das glauben doch nur wir Chris-
ten. Muss man da nicht tolerant sein und anderen Religionen
auch zugestehen, dass sie ihren Glauben für den einzig wahren halten,
ja nicht nur das, muss man vielmehr nicht nach versöhnlichen Gemein-
samkeiten suchen? Und fordert Jesus nicht zur Nächsten- und Fein-
desliebe auf?

Wenn es soweit kommt, dass derartig relativiert und Abstriche am
eigenen Glauben gemacht werden, hat der Widersacher Gottes
gewonnen. Und das hat er in vielen Bereichen.

Dass wir trotzdem immer noch eine klare biblische Botschaft haben,
und das trotz ständiger Versuche diese zu verwässern und zu relati-
vieren, liegt auch daran, dass Gott über die Jahrtausende hinweg,
immer wieder Propheten, Gottesmänner und Apostel berufen hat, die
den Glauben verteidigt und rein gehalten haben und das bis in unsere
Zeit. Von Leuten, die man heute abfällig als "Fundamentalisten" be-
zeichnet.

Ohne diese kompromisslose Haltung wäre nicht mehr die Wahrheits-
frage im Vordergrund gestanden, sondern das, was den Menschen
gefällt und sich damit am besten verkaufen lässt.

Gott hat aber auch hier in seiner Weisheit eingegriffen, in dem ER
Seinen Sohn Jesus Christus sandte, der durch sein Leiden und Ster-
ben den Neuen Bund begründete, in dem nicht mehr so gehandelt
werden muss, wie es einst Elia tat.

Denn die Methoden wie sie zu Zeiten des Alten Testaments üblich
waren sind durch Jesus Christus überholt. Eines ist aber nicht über-
holt:

Das klare, eindeutige und kompromisslose Einstehen für die grund-
sätzlichen Aussagen des Evangelium und die Lehre der Apostel, wie
sie in geraffter Form auch im Glaubensbekenntnis festgeschrieben sind.

Das aber nicht mit Gewalt und Zwang, sondern einladend und in Liebe.

Weil das so ist können die Argumente der Gegner des Glaubens und
die der Relativierer nicht mehr überzeugen.

Gott gebe uns Kraft und Mut zu einem klaren Zeugnis wenn es not-
wendig ist und deshalb von uns gefordert ist.


Jörgen Bauer