Von falschen Hirten!

Weh euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umkommen lasst und zerstreut! spricht der HERR. Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht nach ihr gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Tuns willen, spricht der HERR.

Jeremia 23, Verse 1 und 2



Ein anderes Wort für Hirte ist "Pastor". Auch "Bischof" hat
eine ähnliche Bedeutung und heißt soviel wie "Aufseher",
"Hüter", "Schützer", was ebenfalls einer Hirtenfunktion
entspricht. Im der Katholischen Kirche hat der Bischof
deshalb einen Krummstab, der einem Hirtenstab nachgebildet
ist.

Aufgabe der Hirten ist es, die Herde zu schützen und zu bewahren und zum Wasser und frischem Grün zu führen. Übertragen auf das, was die Bibel meint, ist unter der Herde
das Volk zu verstehen und unter Wasser und frischem Grün
die geistlichen Nahrungs- und Wasserquellen.

Die Aufgabe der Hirten im alten Israel war noch umfassender
als das, was die Pastoren und Bischöfe unserer Zeit an
Aufgaben zu bewältigen haben und bezog sich insgesamt auf
das Wohlergehen des anvertrauten Volkes.

Hirten, ob alte oder neue, haben vor Gott eine große Verantwortung.

Im Alten Testament beklagt sich Gott ständig über die falschen Hirten, die in die eigene Tasche wirtschaften und die Herde
ihrem Schicksal überlassen. Und im Neuen Testament bedauert Jesus das Volk, weil es keine Hirten hat. Und Paulus schreibt
von Menschen, die sich um des Gewinnes willen, geistlich
betätigen.

Welche Maßstäbe wird man heute an einen rechten Hirten anlegen müssen?

Der geistliche Hirte unserer Tage muss in erster Linie ein Herold sein. Ein Herold ist ein Bote, der, im Auftrag eines Herrschers, eine Nachricht überbringt. In diesem Fall die Gute Nachricht,
das Evangelium unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.

Dabei muss der Herold genau die Nachricht überbringen, die
ihm aufgetragen ist. Er muss diese also vollständig und unverändert überbringen.

Er darf also nicht danach fragen, wie die Hörer der Botschaft
auf diese reagieren um dann aus Angst vor den Reaktionen
der Hörer oder aus Angst um sein Ansehen, Teile der Botschaft unterschlagen, von denen er annimmt, dass sie Ärger erregen oder ihn selbst in ein schlechtes Licht setzten könnten.

Wenn die Höher deshalb Schiffbruch erleiden, weil der Herold Angst davor hatte, vor bestehenden Riffen zu warnen, dann
wird man den Herold dafür zur Verantwortung ziehen. Und was wird wohl mit einem Herold geschehen, der anstelle der ihm übertragenen Botschaft eine selbsterdachte Botschaft
verkündet?

Deshalb wollen wir Gott bitten, dass ER uns standhafte Hirten und Herolde schickt, die treu die ihnen aufgetragene Botschaft unverfälscht, unverwässert und vollständige weitergeben und uns, sofern wir selbst in unserer Salz- und Lichtfunktion als Wegweiser fungieren, mit Mut und Standvermögen auszurüsten.

Wenn man es genau nimmt und sich an alttestamentlichen Verhältnissen orientiert, gehören auch die Regierenden zu den Hirten, weil sie das Volk führen und leiten sollen. Bis heute schwören die Regierenden deshalb sich voll und ganz für das
Wohl des Volkes einzusetzen.

Aber das will ich lieber nicht weiter vertiefen.


Jörgen Bauer