Kennst du das? Du liegst nachts im Bett, der Kopf dreht sich im Kreis, du kommst nicht zur Ruhe: „Wie soll ich das schaffen? Was, wenn ich komplett versage? Was denken die anderen über mich?“ Du starrst aufs Handy, scrollst dich durch TikTok oder Insta, suchst Ablenkung – aber innerlich wird es nur lauter. Man scrollt am Handy immer weiter durch schlechte Nachrichten und Kommentare, obwohl man merkt, dass es einen nur runterzieht. Sorgen nagen an dir wie kleine Monster, die sich festbeißen. Und irgendwann merkst du: Du bist müde, leer und fühlst dich allein gelassen.
Genau da setzt Psalm 118 an – mit einer Erfahrung, die Menschen schon seit Jahrhunderten teilen: „In der Angst rief ich zum HERRN, und er hörte mich.“
Martin Luther sagte mal: „Rufen musst du lernen.“ Damit meint er: Du musst üben, deine Sorgen nicht nur in dir selbst zu wälzen, sondern sie laut oder still Gott hinzulegen. Das bedeutet, deine Sorgen zu formulieren und auszusprechen. „Rufen“ heißt: Sag Gott ehrlich, was dich quält. Sprich es aus, auch wenn es sich komisch anfühlt. Du kannst das in deinen eigenen Worten tun, mit einem kurzen Satz, mit einem Psalm oder mit dem Vaterunser. Wichtig ist nicht, dass es perfekt klingt, sondern dass du dir nicht selbst etwas vormachst und am Ende in dir selbst steckenbleibst.
So wie man Gitarre spielen oder ein Sportteam anfeuern lernen muss, so kann man auch dieses „Rufen“ üben. Am Anfang fühlt es sich vielleicht fremd an. Aber Schritt für Schritt merkst du: Es verändert dich. Du bist nicht mehr allein mit deinem Chaos. Du hast jemand, der zuhört – und das macht stark.
Wenn du in Not bist, bleib nicht einfach hocken, hängend im Kopfkino, dir selbst tausendmal einredend, wie schlimm alles ist. Hör auf, dich innerlich zu zerfleischen: „Wie arm dran ich bin! Wie schlecht es mir geht! Wie elend ich bin!“ – Damit drehst du dich nur im Kreis. Nein – steh auf!
Komm runter von der Couch, weg vom selbstquälenden Grübeln. Auf die Knie, die Augen und Hände erhoben – und fang an mit Gott zu reden! Wenn du nicht weißt, wie du es sagen kannst, dann mach dir keine großen Gedanken. Sag es so, wie es ist. Gott hört dich und versteht, was du meinst.
Denn das ist das Drama: Wer sein Leid immer nur bei sich behält, macht aus einem Problem zehn. Aus einer dunklen Stunde wird ein ganzer Tunnel ohne Ausgang. Psychologen nennen das „Grübeln“. Man bewegt sich durch negative Gedanken immer wieder im Kreis, ohne zu einer Lösung zu kommen. Studien zeigen: Wer Probleme nur im Kopf behält und sie nicht ausspricht oder teilt, verstärkt Stress, Angst und sogar depressive Gefühle. Wenn man dieselben Gedanken immer wieder im Kreis dreht, wird alles schlimmer statt leichter. Ein kleines Problem wächst dadurch wie ein Schneeball zur Lawine. Und auch Soziologen sagen: Wer sein Leid nur in sich verschließt, verliert den Blick nach draußen, sieht keinen Ausweg mehr und kann depressiv werden. Darum ist es so wichtig, Sorgen nicht festzuhalten, sondern sie laut zu machen – im Gebet oder im Gespräch.
Es ist wirklich wichtig zu lernen, den Himmel um Hilfe anzurufen und zu erleben: Gott hört, Gott trägt, Gott tröstet.
Und genau da liegt die Kraft: nicht im Kopfzerbrechen, nicht im endlosen Sorgen-Karussell, sondern im ehrlichen Schrei nach oben. Rufen und Hilfe sich holen ist nicht Schwäche – es ist der mutigste Schritt, den du gehen kannst.
Am Ende wirst du merken: Du bist nicht allein. Dein Schrei verhallt nicht. Gott antwortet – manchmal leise, manchmal überraschend, aber immer mit einem Trost, den dir kein Algorithmus, kein Ratgeberbuch und keine Selbstoptimierungs-App geben kann.
Also, hör auf, dich zu zerbeißen. Fang an zu rufen. Gott ist näher als dein nächster Gedanke.
Wenn du in deiner Angst bist, dann bleib nicht gefangen im eigenen Kopf. Mach den Schritt nach draußen – zu Gott. Er wartet darauf, dass du rufst. Und wenn du rufst, dann wird er dich hören. Vielleicht nicht so, wie du erwartest. Aber so, wie du es brauchst. Und genau darin liegt Hoffnung.
Vielen Dank fürs Lesen!
Dein Peter
In der Angst rief ich den HERRN an, und der HERR erhörte mich und tröstete mich.
Psalm 118, 5