Wenn ich Salzwasser aus dem Meer nehme und in eine edle Mineralwasserflasche fülle, habe ich dann trinkbares Wasser gewonnen?

Beim ersten Schluck aus der Wasserflasche wird man den ungewohnten Geschmack spüren und normalerweise das Wasser gleich wieder ausspucken.

Mithilfe der Umkehrosmose könnte man jedoch aus dem Salzwasser Trinkwasser machen. Diese Umwandlung ist eine wichtige Technologie, die zum ersten Mal im Jahr 1748 der schottische Naturforscher Francis Hauskbee beschrieben hatte. Es brauchte noch rund 200 Jahre Forschung, bis aus der Theorie und einigen Versuchen von Forschern brauchbare Geräte entstanden sind, die man heute gut verwenden kann.

Aber diese Umwandlung kostet relativ viel Energie. Man kann sich das so vorstellen, dass 10 Stunden Laptopnutzung oder 40 Stunden Fernsehen (40 Zoll, LED) ungefähr die Energiemenge darstellt, die für die Gewinnung von 1.000 Litern Trinkwasser erforderlich ist.

Nach der Umwandlung des Trinkwassers bleibt ein Rest, die Sole. Das ist hoch konzentriertes Salz. Teilweise sind da auch Schwermetalle enthalten, die eine schädliche Wirkung auf die Umwelt haben. Dieser Rest muss also fachlich kompetent entsorgt und kann nicht einfach so weggekippt werden.

Das Erfreuliche dabei ist, das Wesen des Wassers verändert sich derart, dass es genießbar wird und Leben retten kann.

Genauso kann man sich auch den Menschen vorstellen, der ohne Gott lebt. Da ist viel in diesem Menschen enthalten, was ihn bitter und ungenießbar macht. Wir sehen es täglich über die Nachrichten aus aller Welt. Oftmals kann man nur den Kopf darüber schütteln, welche schlechte Frucht aus dem enthemmten Menschen und dem, was in dessen Herzen verborgen gehalten wird, herauskommt.
Man könnte der Politik oder dem „System“ die Schuld geben, wenn Entscheidungen getroffen werden und Entwicklungen zu beobachten sind, die unseren christlichen Vorstellungen entgegenstehen.
Aber man sollte tiefer auf die Ursachen schauen. Die Früchte wachsen aus einer schon sehr viel früher gelegten Saat. So erleben wir heute die Früchte, die durch z.B. einer (nicht-)Erziehung in den Familien und einer nichtchristlichen Wertevermittlung in den Schulen gewachsen sind.

Menschen können mit aller, eigener Kraft versuchen, gute Menschen zu sein. Aber das Böse, tief innen drin, kommt in enthemmten Momenten doch heraus. Und dann ist es erschreckend. Doch wir sollten uns nicht über die Früchte erschrecken, die aus dem Menschen kommen, der ohne Gott lebt.

Will man die Menschen verändern, sollte man diese Menschen in jungen Jahren und schon sehr früh „framen“ und die christlichen Werte, wie z.B. Liebe, Glaube, Barmherzigkeit, Hoffnung, Frieden, Gerechtigkeit, Demut und Selbstdisziplin als Wertekompass für das Leben mitgeben.

Aber wo sind die mutigen Christen, die als Lehrer und Erzieher und Sozialarbeiter in die Brennpunkte gehen und den Menschen eine hoffnungsvolle Alternative für das Leben bieten?

Wenn aber ein Mensch sich Jesus zuwendet, dann ist dieser Mensch gerettet und kann sein Leben, vom Standpunkt Gottes aus, verbessern. Und hier kann man sehr gut den Vergleich aus dem Eingangs beschriebenen Prozess der Umwandlung des Salzwassers zu Trinkwasser ziehen.

Eine für alle erkennbare Verwandlung dieses Menschen entsteht, wenn dieser Mensch sich von Jesus durch beten, Bibel lesen und der Gemeinschaft mit anderen Christen prägen lässt. Es entsteht eine grundlegende Veränderung im Wesen. Es ist energieaufwendig, vergleichbar wie bei der Umkehrosmose. Christsein bedeutet nicht, dass man von jetzt auf gleich „fertig“ ist, sondern sich auf dem Weg befindet, Jesus im Wesen nahezukommen und eins mit ihm zu werden. Das macht einen Menschen genießbar. Das kostet natürlich einiges an Kraft, weil man sich immer wieder selbst überwinden muss.

Jesus sagt:

An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ihr in mir seid und ich in euch.

Johannes 14, 20

Die Einheit mit Gott ist eine tiefe und komplexe Beziehung. Dieser Vorgang wird für uns Menschen in dieser Welt zwar nicht vollendet werden können, aber wir können uns schrittweise Gott nähern. Dann werden wir auch mit unserem Wesen und Wirken, ja mit unserem Leben, eine lebendige Predigt für die Menschen um uns herum sein.

Es grüßt Sie

Munir Hanna
für das Evangeliumsnetz e.V.