Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn Deine Ordnungen sind gut.
Psalm 119, 39
Der Psalmist fürchtet sich vor Schmach (oder Hohn, Beschimpfung), die man ihm antun will, und er bittet den Herrn, diese von ihm abzuwenden. Hier werden wir mit etwas konfrontiert, das wohl jeder Christ von Zeit zu Zeit auf sich nehmen muss: Der Spott der Welt. Kann man nun aber solch schmerzliche Erfahrungen immer weg beten? Nun, in jedem Fall dürfen wir damit zum Herrn kommen, wie es auch unser Psalmist tat. Aber die andere Seite ist, dass Spott und Hohn uns in dieser Welt verordnet sind; deshalb sagt Petrus:
Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung Seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben haben mögt.
Es darf uns also eine Ehre sein, für und mit Christus zu leiden; und vor allem: Es soll in uns Freude erwecken über das, was kommt: Die Offenbarung Seiner Herrlichkeit; das ewige Leben bei Christus.
Aber was tun wir in der Zwischenzeit; wie werden wir fertig mit Spott und Hohn? Nun, unser Psalmist bittet den Herrn nicht nur, Er möge die Schmach von ihm wegnehmen, nein, er selbst spricht nun auch noch über einen Anker der Zuversicht, welcher ihm in allen Stürmen des Lebens Halt gibt: Das Wort Gottes! „Deine Ordnungen sind gut“, sagt er, nachdem er über seine Furcht vor Schmach geredet hat; das bedeutet: In allem Spott und Hohn dieser Welt ist für ihn das Wort seines Gottes zu einer festen Zufluchtsstätte geworden!