Wir denken oft, Liebe sei sowas wie eine dicke Decke. Man wirft sie über alles drüber – über Lügen, fiese Sprüche, echte Gemeinheiten – und tut so, als wäre nichts. Hauptsache Ruhe. Hauptsache keiner muss sich streiten.
Aber das ist nicht, was Jesus meint. „Liebt eure Feinde“, sagt er. Klingt erstmal nach: alles runterschlucken, dich klein machen, dem anderen die Füße küssen.
Ist aber gar nicht so gemeint. Feinde lieben heißt nicht, dass egal ist, was jemand dir angetan hat. Es heißt: Du willst trotzdem das Gute für diesen Menschen – auch wenn du ihm gerade am liebsten das größte Stück Kuchen vor die Füße werfen würdest.
Denn Unrecht bleibt Unrecht. Wer jemanden verletzt, muss dafür geradestehen – sich entschuldigen, was gutmachen, Verantwortung übernehmen. Da einfach eine Decke drüber? Das ist nicht Liebe, das ist nur bequem.
Trotzdem gilt: Wer wirklich umkehrt, darf neu anfangen. Vertrauen wächst dann langsam wieder – nicht sofort, nicht auf Knopfdruck. Aber die Tür bleibt offen.
Das Gegenteil von Liebe ist übrigens nicht Wut. Es ist Egal-Sein.
Wo tust du gerade so, als wäre etwas okay – obwohl es das nicht ist?
Mach’s gut, Kevin








