Weder Tod noch Leben

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Bildhinweis: KI-generiertes Bild – keine reale Aufnahme.

Geboren werden. Schreien. Laufen lernen. Einschulung. Freunde finden. Erstes Verliebtsein. Ausbildung. Studium. Job. Vielleicht Familie. Vielleicht Scheitern. Rückenschmerzen. Verantwortung. Rechnungen. Irgendwann Arzttermine, die ernster klingen als früher. Und am Ende der Tod mit einem Datum auf einem Grabstein. Ist das der „Circle of Life“, der auch für dich gilt?

Wir optimieren die Mitte unseres Lebens bis ins Detail – Fitness, Karriere, Altersvorsorge. Aber das letzte Kapitel? Darüber reden wir höchstens hinter vorgehaltener Hand. Der Tod ist der Endgegner, über den niemand sprechen will – und gegen den bisher jeder verloren hat. Jeder? Nein, da war einer, der hat den Tod besiegt. Aber dazu später mehr.

König Salomo hat es in Prediger 3 mit einer radikalen Nüchternheit, ohne Romantik oder Beschönigung gesagt: „Es geht dem Menschen wie dem Vieh … wie dieses stirbt, so stirbt auch er.“ Der Milliardär und der Bauarbeiter atmen denselben Sauerstoff – und irgendwann denselben letzten Atemzug. Das Vermögen verlängert vielleicht den Komfort. Aber nicht das Leben ins Unendliche. Der Tod macht keinen Unterschied zwischen Influencer und Unbekanntem, zwischen Präsident und Praktikant.

Und Paulus kennt auch diese Realität, die er im Römerbrief beschreibt. Er ist kein religiöser Romantiker und weiß, dass Menschen sterben, dass Macht vergeht und dass selbst die Gerechten ins Grab gelegt werden.

Paulus schaut genau da hin: „Ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben … kann uns von der Liebe Gottes trennen“ (Römer 8,38–39). Das ist keine Beruhigungstablette, um sich wieder hinzulegen. Das ist eine Kampfansage, weil der Glaube hat es nicht mit Kleinkram zu tun hat. Wer an Jesus glaubt und eine lebendige Beziehung zu Gott hat, der steht zwar mit beiden Beinen in dieser Welt, aber die unsichtbare Welt mit Teufel, Dämonen und Engel umgibt und wirkt auf ihn ein und umgekehrt. Aber die Waffen sind nicht irgendwelche Raketen oder Laserschwerter aus dieser Welt. Die sind Wirkungslos. Die wirksamen Waffen, die in die unsichtbare Welt einwirken, sind z.B. Gebet, Wahrheit, Liebe und Hoffnung – wenn sie in dieser Welt gelebt werden.

Und das ist auch viel mehr als Optimismus. Das ist Auferstehungslogik. Denn Paulus schreibt das nicht im luftleeren Raum. Er schreibt es als jemand, der überzeugt ist: Jesus Christus ist gestorben – wirklich gestorben – und nicht im Grab geblieben.

Das einzige, was Christen scheinbar aufhalten kann, ist der Tod. Gegen den Tod kommt keiner an. Wir können ihn medizinisch hinauszögern, technisch umrahmen, psychologisch verdrängen – aber besiegen? Bis auf eine Ausnahme, noch keinem gelungen. Der Tod ist der große Gleichmacher. Er frisst Karriere, Jugend, Schönheit, Einfluss. Und er flüstert uns ständig zu: Alles ist endlich. Auch du.

Hier liegt der Unterschied zwischen dem Prediger Salomo und Paulus. Salomo schaut „unter der Sonne“ und sagt: Alle enden im Staub. Paulus schaut auf das leere Grab und sagt: Einer ist aus dem Staub zurückgekommen. Das bedeutet, der Tod hat seine absolute Macht verloren.

Der Tod ist noch real und wir erleben ihn ständig. In den Nachrichten als Unbeteiligte und ganz weit weg. Aber irgendwann kommen die Einschläge immer näher. Freunde, Verwandte und irgendwann merkt man, es läuft bei einem selbst auch nicht mehr rund. Der Tod ist noch schmerzhaft. Aber er ist nicht mehr endgültig. Paulus sagt nicht: Christen sterben nicht. Aber er sagt: Der Tod kann sie nicht mehr trennen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Der Tod beendet eine irdische Biografie. Aber er beendet nicht die Beziehung zu Gott. Und genau deshalb kann Paulus so triumphierend formulieren: „Weder Tod noch Leben …“ Paulus nennt den Tod zuerst. Als wollte er sagen, nehmt den schlimmsten Fall. Selbst der reicht nicht. Seit Ostern ist der Tod nicht mehr die verschlossene Tür, sondern – im Bild der frühen Kirche – ein durchbrochenes Tor.

Der Weg ist frei, auch wenn trotzdem noch unser Herz oft zögerlich bleibt, in alte Muster zurückfällt, sodass Angst und Sorgen wieder dominieren. Aber wir dürfen uns täglich daran erinnern, dass Glaube nicht bedeutet, ich habe keine Angst mehr. Glaube heißt, meine Angst und meine Sorgen haben nicht das letzte Wort.

Deine Zukunft ist nicht nur Statistik auf dem Grabstein. Deine Endlichkeit ist nicht das Ende deiner Geschichte.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Peter


 Denn ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch andere Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder hohe Kräfte noch tiefe Gewalten – nichts in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.

Römer 8, 38-39