Über diesen Kanal veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Luther Wegweiser.

Matthäus 2, 11

“Sie taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. ” Matthäus 2, 11 Wie sollen wir (wer es vermag) Gold und Gut dahin wenden, daß unsers Herrn Christi Reich erhalten und gemehrt werde und Kindlein im Elend ihre Nahrung haben können? Das ist, wir sollen mit Geld und Gut dazu helfen, daß man fleißige Prediger des Evangeliums, feine Kirchendiener und Schulmeister habe, daß die Armen, die ihre Nahrung Krankheits oder anderer Not halber nicht schaffen können, erhalten werden. Und besonders, daß man junge Knaben, die zum Lernen tüchtig, aufziehe, auf daß unsere Nachkommen auch rechtschaffene Prediger und

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Jakobus 5, 17

“Elias war ein Mensch gleichwie wir, und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate.” Jakobus 5, 17 Wohl wahr ist es, daß wir nicht sind Josua, der durch sein Gebet die Sonne am Himmel hieß stillstehen, auch nicht Mose, der durch sein Gebet das Rote Meer zertrennt, auch nicht Elias, der Feuer vom Himmel herabstreut durch sein Gebet. Wir sind aber gleichwohl eben diesselben Leute, denen Gott sein Wort befohlen und durch seinen Geist und predigen läßt, ja ebensowohl sind wir solche Leute als Moses, Josua, Elias

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Matthäus 6, 9-10

“Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. ” Matthäus 6, 9-10 Wenn uns Gott die drei ersten Bitten erhört, seinen Namen in uns heiligt, so setzt er uns in sein Reich und gießt seine Gnade in uns, die uns fromm zu machen anhebt. Dieselbe Gnade hebt bald an, Gottes Willen zu tun; alsdann findet sie einen widerspenstigen Adam. So schreit denn zu Gott die Gnade im Herzen wider denselben Adam und spricht: Dein Wille geschehe, denn der Mensch findet sich mit sich selbst schwer beladen. Wenn dann Gott das Geschrei hört, so

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Matthäus 6, 9

“Unser Vater in dem Himmel. ” Matthäus 6, 9 Ob ich wohl fühle und erfahre, daß ich leider nicht kann mit ganzem Herzen Vater Unser sagen, wie es denn kein Mensch auf Erden völlig sagen kann (sonst wären wir bereits gar selig), so will ich doch versuchen und anfangen, wie ein Kindlein am Vater festzuhalten. Kann ich’s nicht genug glauben, so will ich es doch nicht lassen erlogen sein noch nein dazu sagen, und ob ich das Spiel nicht so spielen kann, wie sein Recht ist, daß ich nur nicht das Widerspiel treibe, denn das wäre den Teufel gar aus

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Psalm 119, 18

“Öffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.” Psalm 119, 18 Das sollst du wissen, daß die Heilige Schrift ein Buch ist, das aller anderen Bücher Weisheit zur Narrheit macht, weil keines vom ewigen Leben lehrt außer ihr allein. Darum sollst du an deinem Sinn und Verstand stracks verzagen, dagegen niederknien mit rechter Demut und Ernst zu Gott beten, daß er dir durch seinen lieben Sohn wolle seinen heiligen Geist geben, der dich erleucht, leite und dir Verstand gebe. Zum andern lies mit fleißigem Aufmerken und Nachdenken, was der heilige Geist damit meint, und hüte dich,

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Lukas 2, 21

“Und da acht Tage vergangen waren, ward sein Name genannt Jesus. ” Lukas 2, 21 Billig ist sein Name genannt Jesus, das ist auf deutsch: Heiland, denn Heiland heißen wir auf deutsch: der da hilft, erlöset, selig macht und ganz heilsam jedermann ist; denselben nennet die hebräische Sprache „Jesus“. Also sprach der Engel Gabriel zu Josef im Schlaf Matth. 1, 21: Sie wird einen Sohn gebären, den sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Da legt der Engel selbst aus, warum er „Heiland, Jesu“ heiße, nämlich, daß er seinem Volk ein Heil und

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Psalm 23, 6

“Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. ” Psalm 23, 6 Weil der Teufel nimmermehr aufhört, die Gläubigen zu plagen, inwendig mit Schrecken, auswendig mit List der falschen Lehrer und Gewalt der Tyrannen, bittet er hier am Ende mit Ernst, daß Gott, der ihm diesen Schatz (des Evangeliums) gegeben hat, ihn auch dabei bis an’s Ende erhalten wolle, und spricht: Ach, der liebe Gott gebe ja Gnade, daß Gutes und Barmherzigkeit mir folgen mein Leben lang. Er zeigt auch gleich an, was er mit „Gutes und Barmherzigkeit“ meint, nämlich

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Johannes 1, 12 – 13

“Wieviele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht vom Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. ” Johannes 1, 12 – 13 Ein Christ soll sein ein solcher Mensch, der es von Geburt habe. Es läßt sich nicht schnitzen noch flicken mit Werken wie Mosis Schüler und alle Werkheiligen, die es mit Gebieten tun wollen und hier ein Werk, dort ein Werk heraustreiben und doch nichts ausrichten, sondern es gehören neue Menschen dazu, die da heißen: geborene Gotteskinder, die

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1. Timotheus 3, 16

“Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbaret im Fleisch. ” 1. Timotheus 3, 16 Christum erkennen, daß er Mensch geworden und so tief sich geniedriget hat, daß er anzusehen gewesen ist als der allerverachtetste und unwerteste Mensch, von Gott geplaget und geschlagen, und solches um unserer (Sünde) willen getan hat, das ist die rechte güldene Kunst der Christen und ihre höchste Weisheit. Man kann auch dem Teufel nicht wehren noch größer Leid tun, denn so man von Jesu Christo und seiner Menschwerdung lehret, prediget, singet und saget. Derhalben gefällt mir’s sehr wohl, wenn man laut und fein langsam

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Johannes 1, 14

“Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. ” Johannes 1, 14 Hier drückt Johannes aus, wer „das Wort“ sei, davon er und Mose bisher geredet, nämlich der einige Sohn Gottes, der alle Herrlichkeit hatte, die der Vater hat. Darum nennet er ihn den einigen, eingeborenen, daß er ihn sondere über alle Gotteskinder, die nicht natürliche Kinder sind wie dieser einige. Und damit ist abermal seine wahre Gottheit angezeigt; denn wo er nicht Gott wäre, könnte er nicht vor den andern der eingeborene

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